Mittwoch, 17. Dezember 2014

Mmi - Kerzengießerfahrungen



Endlich, nach mehreren Jahren Kerzenreste sammeln, haben meine Mutter und ich zusammen Kerzen gegossen. Es war schon abenteuerlich und ich würde es als Testlauf bezeichnen :-)

Doch bevor ich detailliert von unserem Abenteuer Kerzen gießen berichten werde, hier noch eine kleine Ankündigung: ich verabschiede mich heute in eine Weihnachtspause!
Nach Weihnachten zeige ich euch, was ich an Selbstgemachtem verschenkt habe und nehme auch wieder größere (Klamotten)Projekte in Angriff. Denn die sind in den letzten Wochen leider etwas auf der Strecke geblieben und ich habe doch so viele Ideen und Stoff- und Schnittmusterberge die hier auf mich warten. Und es kommt natürlich auch noch das Finale vom Hosenherbst.
Aber jetzt erstmal zum Kerzen gießen. Holt euch einen Kaffee, der Beitrag ist lang ;-)


Wir haben einfach mal alles ausprobiert, was uns so eingefallen ist:
wir haben alte Gläser, benutzte Teelichter, Pappbecher, Konzertbecher, Klopapierrollen, Küchenrolle und eine extra gekaufte Kerzen-Gieß-Hülle gefüllt.
Von der Küchenrolle gibt es keine Bilder. Das ist so extrem schief gelaufen (im wahrsten Sinne des Wortes gelaufen), dass keine Zeit war Bilder zu machen, mir war es wichtiger die Küche zu retten :-)


Die alten Gläser haben gut funktioniert. Mit der Dochtstärke (mir war nicht klar, dass es da so viele Unterschiede gibt) haben wir uns an dem orientiert, der bei der Kaufhülle beilag und dann abgeschätzt. Für die Gläser haben wir daher zwei Dochte genommen und ineinander verdreht. Zur Befestigung auf dem Boden haben wir vorher einfach etwas Wachs hineinstopfen lassen. Zum Befüllen war das nicht so eine gute Idee, denn das Wachs ist natürlich heiss geworden und hat sich gelöst... Naja, ein paar Minuten still stehen und den Docht festhalten, bis er sich von alleine hält und gut ists. Einen Abbrenntest gibt es noch nicht, ich bin sehr gespannt, da ich Unmengen von diesen Brotauftrichgläsern habe. Es wäre super, wenn es funktioniert. Was ich schon berichten kann ist, dass sich die Kerzen aus den Gläsern lösen lassen, was ich super finde.
Ich werde berichten, was der Abbrenntest zeigt...


Dann haben wir Teelichter befüllt. Das ist zwar unglaublich viel Arbeit, doch wenn sich Alu-Verbrauch vermeiden lässt, dann möchte ich das zumindest versuchen. Vor allem da mein Teelichterverbrauch gerade zur kälteren Jahreszeit mit Tee auf dem Stövchen sehr groß ist.
Das Befüllen der Teelichter ist schon sehr mühselig!
Wer es nachmachen möchte: unbedingt diese kleinen Metallklämmerchen mit denen der Docht unten festgeklemmt ist aufbewahren. Die haben wir aufgebogen, den neuen Docht hineingeklemmt und wieder zusammengebogen. Doch aufpassen: biegt man die zu viel hin und her dann brechen sie durch (arghh, was habe ich geflucht). In manchen Teelichtern sind unten so kleine Metallplättchen anstelle dieser Klammern - damit haben wird nicht hinbekommen, ich muss mich nochmal schlau machen...
Der Abbrenntest zeigt: sie brennen sehr sehr gut ab. Allerdings rußen sie extrem, so dass meine Teekanne komplett schwarz von unten ist :-)


Der Konzertbecher hat eindeutig gewonnen, das hat richtig gut geklappt! Unten haben wir ein Loch mit einem Korkenzieher hineingebohrt und den Docht da durchgezogen und festgeknotet. Da der Becher mit dem Dochtknoten nicht mehr gerade steht haben wir ihn auf drei Brotaufstrichdeckel gestellt. Nachdem das Wachs getrocknet war einfach umdrehen und fertig. Sieht toll aus und brennt gut ab! Bei der Variante muss man nur nochmal ganz genau darauf achten, dass der Docht zwei Richtungen hat und in die eine Richtung besser abbrennt. Bei dieser Kerze hatten wir nicht drauf geachtet und den Docht zufällig falschrum reingezogen - also genau richtig für die umgedrehte Kerze...


Rechts im Bild ist die Kaufhülle, die hat natürlich sehr gut geklappt, das war schon fast ein wenig langweilig ;-) Die Kerze glänzt aufgrund der glatten Oberfläche außen extrem! Und abbrennen tut sie auch gut.
Links im Bild ist eine runde Pappdose, mit der wir im Prinzip genau so verfahren sind, wie mit dem Konzertbecher. Und ich weiss gerade gar nicht mehr so genau: hat sich die Kerze lösen lassen ohne dass die Pappdose kaputt gemacht werden musste? Da muss ich nochmal nachfragen.


Hier war mein Lieblingsversuch, die Klorollen :-)
Dazu werden die Klopapierrollen auf eine Pappe gestellt, Loch in die Pappe für den Docht und dann abdichten zwischen Pappe und Klopapierrolle. Ich habe mich inspirieren lassen - dafür kann man wohl gut Knete nehmen. Wenn sie im Haus ist... Jetzt wird es sehr improvisiert und etwas eklig, doch bei diesem langen Beitrag liest hier vermutlich nur noch jemand mit, der wirklich interessiert am Praxistest Kerzengießen ist ;-) Wir haben überlegt und uns ist nichts besseres eingefallen als Kaugummi (ja, ihhh). Das hat geklappt, ich empfehle es aber nicht weiter, da es schon etwas Überwindung kostet. Vor allem mag ich Kaugummi eigentlich nicht mehr.
Aber: die Klopapierrollenkerzen gefallen mir außerordentlich gut! Sie lassen sich auch sehr gut aus der Rolle lösen (einfach aufreißen) und die Kerzen sehen sehr schön matt aus. Allerdings sind sie nicht ganz rund, die Klopapierrollen waren anscheinend schon etwas verbeult. Macht aber nichts, ich mag sie trotzdem :-)


Bei allen Kerzen (bis auf der Kaufhülle, da war entsprechendes Zubehör bei) haben wir oben einen Zahnstocher oder (bei dicken Kerzen) eine dünne Stricknadel durch den Docht gezogen und ihn so oben festgehalten.
Außerdem haben wir das Wachs gesiebt. Denn nachdem einer Bekannten fast ein Gesteck abgebrannt ist, nachdem in gekauften, selbst gemachten Kerzen noch zu viele Dochtreste waren, waren wir lieber vorsichtig. Daran glauben musste ein Teesieb. Und ein kleiner Metallblumentopf, in den wir das Wachs gegossen haben. Es ist zwar ein Schritt mehr, bei dem eine Sauerei entstehen kann und das Wachs auch schon anfängt hart zu werden, doch sicher ist sicher.
Ganz wichtig ist auch das Nachgießen vom Wachs, das wusste ich vorher nicht. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, zieht sich das Wachs beim Trocknen zusammen und es entsteht ein Loch neben dem Docht. Also immer wieder schön Wachs nachgießen :-)
Und zu guter Letzt noch ein Wort zur Dochtstärke: wir hätten für alle Kerzen deutlich dünnere Dochte nehmen können, die Kerzen brennen relativ schnell ab.
Das war der erste Praxistest. Da aber noch sehr viele Kerzenreste übrig sind, werden wir uns auf jeden Fall nochmal daran wagen, zu zweit macht es nämlich auch echt Spaß! Außerdem haben wir jetzt ein Kerzengießset, bestehend aus einem Kochtopf, einem Teesieb, einem Metallblumentopf und einem Löffel sowie einem Messer. Denn für Lebensmittel werde ich die Sachen wohl nicht mehr verwenden...


Ich wünsche euch sehr schöne Weihnachten! Genießt die Zeit! Bis ganz bald!

Mittwoch mag ich

Kommentare:

  1. Hallo liebe Lara,

    ich lese weiterhin fleißig, schaffe es nur nicht immer, auch einen Kommentar zu hinterlassen...Die Kerzen sehen echt toll aus! Wirklich eine schöne Idee um Wachsreste nicht immer wegwerfen zu müssen!

    Ich wünsche euch eine schöne und besinnliche Weihnachzeit und freue mich schon im neuen Jahr wieder von dir zu lesen und zu hören ;-) Eine kleine Weihnachtskarte ist auch unterwegs zu euch, hoffe sie kommt rechtzeitig an!

    Ganz liebe Grüße,
    Svenja

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Lara,
    ich freu mich darauf, im neuen Jahr wieder neue Beiträge von dir zu lesen. Auf jeden Fall wünsche ich dir eine besinnliche und vor allem erholsame Zeit zum Jahresausklang.
    Wir "lesen uns" in alter Frische in 2015!
    Mach´s gut und liebe Grüße
    Astrid

    AntwortenLöschen
  3. Die Kerzen sind wirklich toll geworden!
    Vielen dank für den ausführlichen Bericht. Da bekommt man richtig Lust, es Euch gleichzutun.
    (Obwohl wir wegen der Kinder bisher auf echte Kerzen verzichten und alles elektrisch machen. Dadurch haben wir auch keine Kerzenreste. Aber sie werden ja leider/zum Glück nicht immer so klein bleiben.)

    Bei der verbeulten Klopapierrolle hatte ich eine Idee: Verbeule sie doch mal absichtlich! Ovale Kerzen, rechteckige Kerzen, sternförmige Kerzen...
    Aber dann muss man sie wahrscheinlich kürzer machen, damit die Form nach oben hin nicht "ausweicht".

    Liebe Grüße,
    Henriette

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über eure Kommentare!